Quereinsteiger in die Solarbranche — So geht's
Die Solarbranche boomt und sucht händeringend nach Fachkräften. Die gute Nachricht: Nicht für jeden Job braucht man eine spezielle Solar-Ausbildung. Viele Betriebe stellen gezielt Quereinsteiger ein und bilden sie weiter. Wer handwerklich geschickt ist und Motivation mitbringt, hat gute Chancen auf einen sicheren Job mit Zukunft.
Warum die Solarbranche Quereinsteiger braucht
Der Fachkräftemangel in der Solarbranche ist real und wird sich in den nächsten Jahren noch verschärfen:
- Deutschland will bis 2030 die installierte PV-Leistung auf 215 GW verdreifachen
- Dafür werden jährlich 50.000–100.000 zusätzliche Fachkräfte benötigt
- Die Handwerksausbildung allein kann diesen Bedarf nicht decken
- Viele Betriebe sind bereit, in die Einarbeitung von Quereinsteigern zu investieren
Welche Berufe eignen sich für den Quereinstieg?
Handwerkliche Berufe (ideale Voraussetzung): - Dachdecker, Zimmerer, Spengler → direkter Einstieg in die PV-Montage - Schlosser, Metallbauer → Unterkonstruktionen, Freiflächen-Anlagen - Anlagenmechaniker SHK → Solarthermie und Wärmepumpen-Kombisysteme - KFZ-Mechatroniker → Wallbox-Installation, Speichersysteme
Bau- und Industrieberufe: - Gerüstbauer → Montagearbeiten, Höhenarbeit - Maler/Lackierer → Dacharbeit, körperliche Fitness - Industriemechaniker → technisches Verständnis - Lagerfachkraft → Logistik im Solarbetrieb
Ohne handwerkliche Ausbildung: - Auch ungelernte Kräfte können als PV-Helfer einsteigen - Aufgaben: Materialbereitstellung, Modulhandling, Unterstützung auf dem Dach - Viele Betriebe bieten interne Schulungen und schrittweisen Aufstieg
Was muss man mitbringen?
Grundvoraussetzungen: - Körperliche Fitness (Module wiegen 20–25 kg, Arbeit auf dem Dach) - Schwindelfreiheit (Arbeiten in 4–15 Metern Höhe) - Führerschein Klasse B (Fahrten zu Baustellen) - Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit
Hilfreich, aber nicht zwingend: - Handwerkliches Geschick und Erfahrung mit Werkzeug - Grundkenntnisse in Elektrotechnik - Deutschkenntnisse auf Niveau B1/B2
So gelingt der Einstieg
Schritt 1: Bewerbung als PV-Monteur / PV-Helfer Viele Betriebe schreiben explizit "Quereinsteiger willkommen" in ihre Stellenanzeigen. Bewerben Sie sich auch, wenn nicht alle Anforderungen erfüllt sind — die Branche ist pragmatisch.
Schritt 2: Einarbeitung on-the-job Die meisten Solarbetriebe arbeiten Sie 2–4 Wochen intensiv ein. Sie starten als Helfer in einem erfahrenen Team und übernehmen Schritt für Schritt mehr Verantwortung.
Schritt 3: Weiterbildung Nach den ersten Monaten im Betrieb lohnen sich gezielte Weiterbildungen: - Solarteur-Zertifikat (2–5 Tage Kompaktkurs) - Höhensicherungstraining (PSAgA, 1 Tag) - Erste-Hilfe-Kurs und Arbeitsschutz-Unterweisung - Bei Interesse an Elektrik: Elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP)
Schritt 4: Aufstieg Mit Erfahrung und Weiterbildung stehen Ihnen weitere Karrierestufen offen: - PV-Helfer → PV-Monteur → Obermonteur → Bauleiter - Einstiegsgehalt als Helfer: ca. 28.000 EUR → nach 2-3 Jahren als Monteur: 38.000+ EUR
Gehalt als Quereinsteiger
| Einstiegsposition | Jahresgehalt (brutto) |
|---|---|
| PV-Helfer (ungelernt) | 26.000 – 32.000 EUR |
| PV-Monteur (nach Einarbeitung) | 32.000 – 40.000 EUR |
| Quereinsteiger mit Handwerksausbildung | 34.000 – 42.000 EUR |
Die Gehälter steigen schnell mit zunehmender Erfahrung. Wer sich bewährt und weiterbildet, erreicht innerhalb von 2–3 Jahren das Niveau eines gelernten Solarteurs.
Umschulung und Fördermöglichkeiten
Wer aus der Arbeitslosigkeit oder einem anderen Beruf kommt, kann Unterstützung erhalten:
- Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit: Finanziert Umschulungen und Weiterbildungen
- Qualifizierungschancengesetz: Arbeitgeber erhalten Zuschüsse, wenn sie Mitarbeiter weiterbilden
- Aufstiegs-BAföG: Für Meisterkurse und Technikerausbildungen
Fazit
Die Solarbranche bietet Quereinsteigern echte Chancen: einen sicheren Arbeitsplatz, faire Bezahlung und die Möglichkeit, an der Energiewende mitzuarbeiten. Der Einstieg ist oft einfacher als gedacht — viele Betriebe freuen sich über motivierte Bewerber, auch ohne PV-Erfahrung.
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