Was macht ein Solarteur? Gehalt, Ausbildung, Karriere
Der Begriff Solarteur bezeichnet einen Fachhandwerker, der Solaranlagen plant, installiert und wartet. Als Kombination aus "Solar" und "Monteur" beschreibt er einen Beruf, der in den letzten Jahren massiv an Bedeutung gewonnen hat. Doch was genau macht ein Solarteur, wie wird man einer und was kann man verdienen?
Aufgaben eines Solarteurs
Solarteure sind echte Allrounder auf dem Dach und am Zählerkasten. Zu den typischen Aufgaben gehören:
- Planung von PV-Anlagen: Dachflächen vermessen, Ausrichtung und Neigung bewerten, Anlagengröße berechnen
- Montage der Module: Unterkonstruktion aufbauen, Solarmodule montieren, Verkabelung verlegen
- Elektrischer Anschluss: Wechselrichter installieren, Anschluss ans Hausnetz, Zählerschrank anpassen
- Speichersysteme: Batteriespeicher installieren und konfigurieren
- Inbetriebnahme: Anlage testen, Leistung messen, Kunden einweisen
- Wartung und Service: Regelmäßige Inspektionen, Fehlersuche, Modulreinigung
Je nach Betrieb kann der Schwerpunkt mehr auf der Dacharbeit (Montage) oder der Elektrik liegen. In kleinen Betrieben macht ein Solarteur oft beides.
Ausbildung: Wie wird man Solarteur?
Es gibt keinen klassischen Ausbildungsberuf "Solarteur". Der Weg führt in der Regel über eine handwerkliche Berufsausbildung:
- Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik (3,5 Jahre) — der häufigste Einstieg
- Anlagenmechaniker SHK (3,5 Jahre) — besonders für Solarthermie
- Dachdecker (3 Jahre) — Fokus auf Montage und Dacharbeiten
Nach der Ausbildung gibt es verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten:
- Solarteur-Zertifikat (z.B. über die Handwerkskammer oder den Bundesverband Solarwirtschaft)
- Fachkraft für Solartechnik (IHK)
- Meister im Elektrohandwerk — für die Selbstständigkeit oder Führungspositionen
Auch Quereinsteiger aus verwandten Handwerksberufen können mit entsprechender Weiterbildung in den Beruf einsteigen. Viele Betriebe bilden ihre Mitarbeiter intern weiter.
Gehalt: Was verdient ein Solarteur?
Das Gehalt eines Solarteurs hängt von Erfahrung, Region und Betriebsgröße ab. Hier die typischen Spannen:
| Erfahrung | Jahresgehalt (brutto) |
|---|---|
| Berufseinsteiger | 30.000 – 36.000 EUR |
| Mit 2-5 Jahren Erfahrung | 36.000 – 45.000 EUR |
| Erfahrener Solarteur | 42.000 – 52.000 EUR |
| Meister / Teamleiter | 48.000 – 60.000 EUR |
Dazu kommen häufig Zusatzleistungen wie Firmenwagen, Spesen für Montage-Einsätze und Weiterbildungsbudgets. In Süddeutschland und in Ballungsräumen liegen die Gehälter tendenziell höher.
Die Nachfrage nach qualifizierten Solarteuren übersteigt das Angebot deutlich. Viele Betriebe zahlen deshalb Prämien für die Vermittlung neuer Kollegen oder bieten übertarifliche Bezahlung.
Karrieremöglichkeiten
Die Solarbranche wächst rasant und bietet hervorragende Aufstiegschancen:
- Teamleiter / Obermonteur: Koordination von Montageteams auf der Baustelle
- Projektleiter: Planung und Abwicklung größerer PV-Projekte
- Servicetechniker: Spezialisierung auf Wartung und Fehlerdiagnose
- Meister / Betriebsgründung: Mit Meisterbrief eigenen Solarbetrieb eröffnen
- Technischer Vertrieb: Kundenberatung und Anlagenplanung im Büro
Warum Solarteur ein Zukunftsberuf ist
Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 mindestens 215 Gigawatt Solarleistung zu installieren. Das bedeutet: Jedes Jahr müssen zehntausende neue Anlagen auf Dächer und Freiflächen. Die Branche sucht händeringend nach Fachkräften.
Für handwerklich begabte Menschen, die gerne draußen arbeiten und einen Beitrag zur Energiewende leisten möchten, ist der Beruf des Solarteurs eine ausgezeichnete Wahl — mit sicherem Arbeitsplatz, gutem Gehalt und echtem Sinn.
